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Zitate und Arbeiten von Theodor W. Adorno,
mit der Intention einer überwiegend kritischen Auseinandersetzung mit Werk und
Wirken. Dazu einschlägige Publikationen und Links sowie Diskussionsbeiträge.
Verwandte Themen:
Adorno
ist ein Hauptprotagonist des Frankfurter Kreises:
Frankfurter Schule. Die von
ihm nie verstandene Philosophie und Wissenschaft gesellschaftlicher Praxis:
Philosophie der Praxis.
Lesezeichen*
→ Seitenblicke: Adorno und der Epigone Honneth (182, 183)
→ Frankfurter und Praxisdenker auf dem wissenschaftlichen Feld (188, 189)
→
Konstitutionsaspekte der Praxis und die Praxeologie (274-283)
→
Zum Charakter des amerikanischen Kapitalismus (378, 379)
Anzeige der Publikation:
Das Konzept PRAXIS im 21. Jahrhundert
* Titel und Fundstellen entsprechender Unterabschnitte der Publikation
Die Utopie steckt jedenfalls wesentlich in der bestimmten Negation dessen, was bloß ist, und das dadurch, daß es sich als ein Falsches konkretisiert, immer zugleich hinweist auf das, was sein soll (Adorno in: Gespräche mit Ernst Bloch, Frankfurt am Main.1975, S. 70)
Was in Hegel und Marx theoretisch unzulänglich blieb, teilte der geschichtlichen Praxis sich mit; darum ist es theoretisch erneut zu reflektieren, anstatt daß der Gedanke dem Primat der Praxis irrational sich beugte; sie selbst war ein eminent theoretischer Begriff (Negative Dialektik, S. 147).
Falsche Praxis ist keine (Marginalien, S. 175).
Daß an Erkenntnis, deren mögliche Beziehung auf verändernde Praxis zumindest temporär gelähmt ist, auch in sich kein Segen sei, dafür spricht vieles. Praxis wird aufgeschoben und kann nicht warten; daran krankt auch Theorie (Negative Dialektik, S. 242).
Das Verzweifelte, daß die Praxis, auf die es ankäme, verstellt ist, gewährt paradox die Atempause zum Denken, die nicht zu nutzen praktischer Frevel wäre (Negative Dialektik, S. 243).
Exakte Phantasie eines Dissentierenden kann mehr sehen als tausend Augen, denen die rosarote Einheitsbrille aufgestülpt ward (Negative Dialektik, S. 56).
Was einmal einer besseren Praxis obliegt und zuteil wird, kann Denken, der Warnung vorm Utopismus gemäß, jetzt und hier so wenig absehen, wie Praxis, ihrem eigenen Begriff nach, je in Erkenntnis aufgeht (Negative Dialektik, S. 243).
Hoffnung ist kein Prinzip (Blochs Spuren, S. 248). Hoffnung auch nur zu denken, frevelt an ihr und arbeitet ihr entgegen (Negative Dialetik, S. 394)
Kriterium des Wahren ist nicht seine unmittelbare Kommunizierbarkeit an jedermann. Zu widerstehen ist der fast universalen Nötigung, die Kommunikation des Erkannten mit diesem zu verwechseln und womöglich höher zu stellen, während gleichzeitig jeder Schritt zur Kommunikation hin die Wahrheit ausverkauft und verfälscht... Wahrheit ist objektiv und nicht plausibel. (Negative Dialektik, S. 51 f.).
Die einzelmenschlichen Spontaneitäten, mittlerweile auch weithin die vermeintlich oppositionellen, sind zur Pseudoaktivität, potentiell zum Schwachsinn verurteilt (Negative Dialektik, S. 341).
Wahrscheinlich wäre für jeden Bürger der falschen Welt eine richtige unerträglich, er wäre zu beschädigt für sie (Negative Dialektik, S. 345).
Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll (Negative Dialektik, S. 359).
Dialektik ist, als philosophische Verfahrensweise, der Versuch, mit dem ältesten Medium der Aufklärung, der List, den Knoten der Paradoxie zu entwirren [... ] Auch ihr eigenes Wesen ist geworden und vergänglich, wie die antagonistische Gesellschaft. (Negative Dialektik, 144 f.)
Es liegt an der Bestimmung der negativen Dialektik, dass sie sich nicht bei sich beruhigt, als wäre sie total; das ist ihre Gestalt von Hoffnung. (Negative Dialektik).
Philosophie ist das Allerernsteste. Aber so ernst auch wieder nicht. - Ihr Schwebendes aber ist nichts anderes als der Ausdruck des Unausdrückbaren an ihr selber. Darin wahrhaft ist sie der Musik verschwistert (Negative Dialektik, S. 26 u. 115).
Adorno, Theodor W.: Theodor W. Adorno. Gesammelte Schriften. 20 Bände. Herausgegeben von Rolf Tiedemann unter Mitwirkung von Gretel Adorno, Susan Buck-Morss und Klaus Schulz. Frankfurt am Main 1997 ff.
Adorno, Theodor W. / Horkheimer, Max (1947): Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1969 (GS Band 3).
Adorno, Theodor W. (1951): Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Reprint der Erstausgabe im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001(GS Band 4). [ Ein totaler Begriff von 'Kapitalismus', ohne Blick für diese Widersprüchlichkeit und, trotz allem, Zukunftshaltigkeit der Praxis, beinhaltet eine kolossale Fehlorientierung, der unter anderem Adorno seine Karriere verdankte (Das Konzept PRAXIS: 110) ]
Adorno, Theodor W. (1966): Negative Dialektik. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1975 (GS Band 6). [ Adornos hintersinnig platzierter 'Warnung vorm Utopismus' zum Trotz konnte der Grundbegriff in den 60er und 70er Jahren zu einem Ferment fortschrittlicher Protest-, Sozial- und Alternativbewegungen avancieren. Und gibt es im 21. Jahrhundert ohne utopistischen Elan überhaupt noch eine Abzweigung von der eingeschlagenen Road oder besser dem Speedway to Perdition? (Das Konzept PRAXIS: 156) ]
Adorno, Theodor W.: Ästhetische Theorie. (GS Band 7).
Adorno, Theodor W.: Soziologische Schriften I/II. (GS Band 8 und 9).
Adorno, Theodor W.: Philosophische Elemente einer Theorie der Gesellschaft. Nachgelassene SchriftenBd.12, hg. v. Tobias ten Brink und Marc Phillip Nogueira. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008.
Adorno, Theodor W.: Einführung in die Dialektik. Hrsg. von Christoph Ziermann. Nachgelassene Schriften, Abteilung IV Vorlesungen, Bd.2. Suhrkamp Verlag, Berlin 2010.[ Rezension von Detlev Claussen in der SZ vom 11. Januar 2011]
Adorno, Theodor W.: Wozu noch Philosophie? In: Merkur, November 1962. Überarbeitete Fassung in Eingriffe. Neun kritische Modelle (es 10), S. 11-28.
Adorno, Theodor W. (1956): Zur Metakritik der Erkenntnistheorie. Studien über Husserl und die phänomenologischen Antinomien. Hrsg. v. Gretel Adorno und Rolf Tiedemann. Frankfurt am Main 1990 (GS Band 5).
Adorno, Theodor W.: Drei Studien zu Hegel. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1963 (es 38).
Adorno, Theodor W.: Résumé über Kulturindustrie. S. 337-343 in:............................., 1963
Adorno, Theodor W.: Soziologie und empirische Forschung. S. 196-216 in: Soziologische Schriften 1.
Adorno, Theodor W.: Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft?, S. 354-270 in: Soziologische Schriften 1.
Adorno, Theodor W.: Zur Logik der Sozialwissenschaften, S. 103 ff. in: Th. W.
Adorno/Dahrendorf/Pilot/Albert/Habermas/Popper: Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Neuwied, Berlin 1969. Ebenso S. 547-565 in: Soziologische Schriften 1.
Adorno, Theodor W. (1955): Kulturkritik und Gesellschaft, S. 11-30 in: Gesammelte Schriften, Bd. 10.1.
Adorno, Theodor W.: Marginalien zu Theorie und Praxis, in: ders.: Stichworte. Kritische Modelle 2, Frankfurt am Main 1969.
Claussen, Detlev: Theodor W. Adorno. Ein letztes Genie. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003.
Jäger, Lorenz: Adorno. eine politische Biographie. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2003. [ Zum 100. Geburtstag von Adorno am 11. September 2003 die erste politische Biographie ]
Müller-Doohm, Stefan: Die Soziologie Theodor W. Adornos. Eine Einführung. Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 1996.
Müller-Doohm, Stefan u.a. (Hrsg.): Die Gesellschaftstheorie Adornos. Themen und Grundbegriffe. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1998.
Müller-Doohm, Stefan: Adorno. Eine Biografie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
Scheible, Hartmut: Theodor W. Adorno in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Verlag, 1989.
Südkurier: Biografien konkurrieren um das 'richtige' Adorno-Bild. Südkurier am 11.09.2003 (dpa).
Als
IPkW-Onlinetext.
Améry, Jean (1967): Jargon der Dialektik. Aus: Jean Amery, Werke, Bd. 6 Aufsätze zur Philosophie, S. 265- 296. Als Onlinetext der Internet Archive. 265-296
Görg, Christoph: Praxis - der blinde Fleck kritischer Theorie. Vortrag, gehalten auf der Berliner Tagung: Unvergleichliches Denken. Adornos Aktualität, aus Anlass seines 100. Geburtstags am 21./22. Juni 2003 im Literaturhaus Berlin. Siehe auch Zeitschrift für kritische Theorie Heft 18/19 2004. Verlag zu Klampen 2004. Als IPkW-Onlinetext.
Lenk, Kurt: Adorno im Zwielicht. In: Neue Gesellschaft. Frankfurter Hefte NG 9/2003. Als IPkW-Onlinetext.
Müller, Horst: Kritische Theorie und ihre Kritiker. Adorno, Kofler, Habermas. In: Praxis und Hoffnung. Grundlagen der Philosophie der Praxis. 2. Auflage als Online-Publikation 2014 (214 S.), dort S. 101-115. Als
IPkW-Onlinetext [
Im Konzept einer dialektischen Soziologie fehlt der Anker im Marxschen Praxiskonzept.
Auch werden die Denklinie und Leistungen des praxiszentrierten Marxismus völlig ignoriert ]
Adorno im Suhrkamp Verlag
http://www.suhrkamp.de/autoren/theodor_w_adorno_28.html
Adorno in Peter Möllers Philolex
http://www.philolex.de/adorno.htm
Adorno unter Klassikern der Soziologie
Adorno im Internetlexikon zu 50 Klassikern der Soziologie. Eigenständig recherchierte Informationen zu Biografien, Bibliografien und Nachlassverzeichnissen, für Lernende wie Lehrende.
http://agso.uni-graz.at/lexikon/klassiker/adorno/02bio.htm
Theodor W. Adorno Forschungsstelle
an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
http://www.uni-oldenburg.de/philosophie/forschung/forschungsstellen/adorno-forschungsstelle/
Auer, Dirk: Wie Münchhausen denken. In: FREITAG, http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wie-munchhausen-denken [ Nachdem Adornos Minima Moralia vor fünfzig Jahren erschienen sind ]
Auernheimer, Gustav: Der Kritiker im Projekt der Aufklärung: Zu Theodor W. Adorno. [ Studie aus Anlass des 100. Geburtstages: Besonderheiten der Rezeption - Die Gesellschaftskritik und ihre Sprache - Die Dialektik der Aufklärung ] Als IPkW-Onlinetext.
Böckelmann, Frank (1971): Über Marx und Adorno. Schwierigkeiten der spätmarxistischen Theorie. Zweite Auflage, mit einem Vorwort versehen. ça ira, Freiburg.
Creydt, Meinhardt: Adornismus. Motive eines Überganges. In: in der UTOPIEkreativ Nr. 156, Oktober 2003, S. 949-961 http://www.rosalux.de/publication/15833/adornismus-motive-eines-ueberganges.html
Cutrone, Christopher: Adorno’s Marxism. Dissertation, University of Chicago 2013. Als Onlinetext bei academia.edu..
Engster, Frank: Adornos subsumtionslogischer Begriff der Dialektik und das Nicht-Identische. Oder: Hegel & the form - you can run, but you can't hide. In: trend onlinezeitung http://www.trend.infopartisan.net/trd0602/t170602.html
Hrachovec, Herbert: Solidarische Subversion. Zur Denkfigur von Adornos Negativer Dialektik, die immer noch in Gebrauch ist, aber mit Vorsicht zu genießen. Siehe http://hrachovec.philo.at/subversion/subversion.html
Marcuse, Herbert: Letter to Theodor W. Adorno - The crux of
our controversy,
dated 21. July 1969. Aus: Theodor Adorno, Herbert Marcuse.
Correspondence on the German Student Movement. In:
New Left Review
I/233, January-February 1999. Als Onlinetext bei
Heathwood. Zitiert als
IPkW-Onlinetext.
Poschardt, Ulf: Was Adornos Gesellschaftskritik in Zeiten eines fundamentalen Pragmatismus noch sagt. In: Welt am Sonntag, http://www.welt.de/print-wams/article614235/Denk-mal-moralisch.html [ Narzistische Feier der eigenen Sensibilität ]
Rutschky, MIchael:
Adornos fassungslose
Traurigkeit. In: Literarische WELT.
http://www.welt.de/print-welt/article487743/ Fassungslose-Traurigkeit.html
[ Bewusstseinsstoff für soziale Aufsteiger
]
Rosalvo, Schütz:Refugio da Liberdade: Sobre
o Conceito de Filosofia em Theodor Adorno.
In: Veritas Porto Alegre v. 57 n. 3 set./dez. 2012 p. 32-52. Als
Onlinetext verfügbar.
Sommer, Marc Nicolas: Das Konzept einer negativen Dialektik. Adorno und Hegel, Tübingen 2016. [ Euphorisch-affirmative Rezension dieses "Meilensteins der Adorno-Forschung" unter dem Titel "Das Konzept einer negativen Dialektik" von Hendrik Wallat, als Onlinetext der Rote Ruhr Uni ]
Sommer, Marc Nicolas: Was ist kritische Theorie. Prolegomena zu einer negativen Dialektik. In: Zeitschrift für kritische Theorie, 21. Jg., H. 40/41 (2015), 164-185. [ Als Onlinetext über academia.edu vom Autor erhältlich ]
Tönnies, Sybille: Die Feier des Konkreten. Linker Salon-Atavismus. Steidl Gerhard Verlag,Göttingen 1996. [ Linker Salon-Atavismus: Bewahren linken Gedankenguts im vornehmen Salon ]
WackwitzI, Stephan: 50 Jahre 'Fänger im Roggen'. In der taz über Adorno. http://www.taz.de/pt/2001/11/24/a0116.nf/text.name,askcmWXmt.n,6 [ Im Zaubermantel der Verneinung ]